Sonntag, 14. Januar 2007

Computergrafik und Kunst

Mit Computergrafik ist das so eine Sache: Auch wenn (und das gilt besonders für den 3D-Bereich) die Motive oft technisch wirklich bis ins kleinste Detail gestaltet sind, bleibt es leider allzu oft eben bei diesem "Technischen". Rein vom künstlerischen Aspekt her betrachtet kann es die Computergrafik von heute meist jedoch noch nicht mit ihren traditionellen Pendants, der Malerei bzw. dem, was man allgemein als "Bildende Kunst" bezeichnet, aufnehmen.

Das liegt nun nicht nur an diesen "gewissen" Sujets, die sich - in allen möglichen Variationen - immer wiederholen: futuristische Städte, Häuser, Interieurs, Raumschiffe, Autos, "Monster", Menschen, die zwar oft sehr realistisch gestaltet sind, bei denen jedoch die "gewisse Ausstrahlung", das "gewisse Etwas", fehlt; es fehlen oft auch einfach die künsterische Kraft und Freiheit in der Auffassung, die in der Bildenden Kunst spätestens seit der sog. "Klassischen Moderne" (van Gogh, Cezanne, den Fauves etc.) in der Gegenwartskunst selbstverständlich sind - was mit daran liegen mag, daß viele dieser Grafiken (gerade im Internet) eben von Amateuren stammt, die das nur als Hobby betreiben.

Mir fällt zu diesem Thema als Vergleich z. B. die Fotografie ein, während deren Anfängen im 19. Jahrhundert eben (mit sehr gemischtem Erfolg) oft noch versucht wurde, die zeitgenössische Malerei zu imitieren, bis Fotografen wie z. B. die Amerikaner Alfred Stieglitz oder Edward Steichen um die Wende vom 19. auf das 20. Jahrhundert endlich zu einer eigenständigen, eben "fotografischen" Sprache gefunden haben, und vermutlich ist es einfach eine Frage der Zeit, bis sich in der Computergrafik etwas Ähnliches abzeichnet.

Nachtrag: Als ich mir den obigen Beitrag gerade nochmal durchgelesen habe, ist mir klar geworden, daß das so natürlich nicht stimmt! Ich hatte beim Schreiben hauptsächlich fotorealistische Grafik im Kopf; dabei gibt es in den Bereichen "Layout/Grafik für Zeitschriften" und - natürlich - beim Web-Design (eigentlich blamabel, wie ich so etwas vergessen konnte) wirklich sehr schöne und auch "freie" Sachen, die zeigen, daß inzwischen auch digitale Künstler eine eigenständige Sprache entwickelt haben bzw. entwickeln. Bezogen auf fotorealistische Computergrafik finde ich das, was ich oben geschrieben habe, aber nach wie vor (leider) zutreffend.

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