14
Jan
2007

Malen in Photoshop

Photoshop-Skizze von Seung Ho Henrik Holmberg

Grafik © Copyright by Seung Ho Henrik Holmberg. Verwendete Software: Photoshop. Reprinted with permission.

Eine erfreuliche Ausnahme von den Tendenzen in der gegenwärtigen Computergrafik, von denen mein letzter Beitrag handelt, ist der gebürtige Koreaner Seung Ho Henrik Holmberg, der von einem schwedischen Ehepaar adoptiert wurde und als Jugendlicher anfing, sich für Computergrafik zu interessieren.

Ich bin auf ihn bzw. seine Arbeiten durch das Buch "New Masters of Photoshop, Vol. 2" aufmerksam geworden, das ich per Zufall in einer Buchhandlung entdeckt hatte. Seung Ho arbeitet mitterweile u. a. als sog. matte painter, der am Computer Hintergründe (Landschaften bzw. Ausschnitte davon u. ä.) vorwiegend für Spielfilme anfertigt. Diese Hintergründe werden in der Post-Production in das digitalisierte Filmmaterial eingefügt ("Compositing"). Als Software benutzt Seung Ho Photoshop.

Nur ein Beispiel für matte painting (oben das Foto vor der Bearbeitung; unten danach):

Matte painting von Seung Ho Henrik Holmberg für "The Mill"

Grafik © Copyright by Seung Ho Henrik Holmberg. Verwendete Software: Photoshop. Reprinted with permission.

Insbesondere beim Betrachten der Grafik ganz oben am Anfang dieses Beitrags, mit ihren wirklich wunderbar diffizilen Licht- und Schattenwirkungen, dem Detailreichtum und der "Atmosphäre" kommt mir der Gedanke, daß Seung Ho diese Wirkung gerade durch die an sich eher der Malerei verwandte Technik erzielt hat, bei der statt Palette, Pinsel und Farbe eben ein Grafik-Tablett und Photoshop benutzt werden. Ich kann mir nicht vorstellen, daß durch 3D-Grafik ebenfalls eine so subtile Wirkung zu erzielen wäre, und von daher bietet dieser technische Ansatz vielleicht einen möglichen Ausweg aus der "digitalen Sackgasse", in der bei aller Realitätstreue das Künstlerische eben, wenn nicht in jedem Fall, so doch weitgehend auf der Strecke bleibt.

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Computergrafik und Kunst

Mit Computergrafik ist das so eine Sache: Auch wenn (und das gilt besonders für den 3D-Bereich) die Motive oft technisch wirklich bis ins kleinste Detail gestaltet sind, bleibt es leider allzu oft eben bei diesem "Technischen". Rein vom künstlerischen Aspekt her betrachtet kann es die Computergrafik von heute meist jedoch noch nicht mit ihren traditionellen Pendants, der Malerei bzw. dem, was man allgemein als "Bildende Kunst" bezeichnet, aufnehmen.

Das liegt nun nicht nur an diesen "gewissen" Sujets, die sich - in allen möglichen Variationen - immer wiederholen: futuristische Städte, Häuser, Interieurs, Raumschiffe, Autos, "Monster", Menschen, die zwar oft sehr realistisch gestaltet sind, bei denen jedoch die "gewisse Ausstrahlung", das "gewisse Etwas", fehlt; es fehlen oft auch einfach die künsterische Kraft und Freiheit in der Auffassung, die in der Bildenden Kunst spätestens seit der sog. "Klassischen Moderne" (van Gogh, Cezanne, den Fauves etc.) in der Gegenwartskunst selbstverständlich sind - was mit daran liegen mag, daß viele dieser Grafiken (gerade im Internet) eben von Amateuren stammt, die das nur als Hobby betreiben.

Mir fällt zu diesem Thema als Vergleich z. B. die Fotografie ein, während deren Anfängen im 19. Jahrhundert eben (mit sehr gemischtem Erfolg) oft noch versucht wurde, die zeitgenössische Malerei zu imitieren, bis Fotografen wie z. B. die Amerikaner Alfred Stieglitz oder Edward Steichen um die Wende vom 19. auf das 20. Jahrhundert endlich zu einer eigenständigen, eben "fotografischen" Sprache gefunden haben, und vermutlich ist es einfach eine Frage der Zeit, bis sich in der Computergrafik etwas Ähnliches abzeichnet.

Nachtrag: Als ich mir den obigen Beitrag gerade nochmal durchgelesen habe, ist mir klar geworden, daß das so natürlich nicht stimmt! Ich hatte beim Schreiben hauptsächlich fotorealistische Grafik im Kopf; dabei gibt es in den Bereichen "Layout/Grafik für Zeitschriften" und - natürlich - beim Web-Design (eigentlich blamabel, wie ich so etwas vergessen konnte) wirklich sehr schöne und auch "freie" Sachen, die zeigen, daß inzwischen auch digitale Künstler eine eigenständige Sprache entwickelt haben bzw. entwickeln. Bezogen auf fotorealistische Computergrafik finde ich das, was ich oben geschrieben habe, aber nach wie vor (leider) zutreffend.

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